Berliner Zeitung: 13. Januar 2004:
(...)
Seit 2003 gibt es für das lange von Heribert Sasse geleitete Theater keine Subventionen mehr. Der frühere Geschäftsführer Frank Wisniewski und der Schauspieler Ezard Haußmann hatten versucht, dennoch weiter zu spielen und auf einen Mietvertrag bis 2009 verwiesen. Aber im Mai wurde Insolvenz angemeldet, das Land blieb mit 35 000 Euro Schulden zurück.
Auf die Ausschreibung für das Schlossparktheater meldeten sich 13 Bewerber, sechs kamen in die nähere Wahl, auf das Konzept von Andreas Gergen konnten sich alle Mitglieder einer Findungskommission verständigen. Gergen wird das Theater für fünf Jahre übernehmen, er muss dafür 63 000 Euro Pacht und 120 000 Euro Nebenkosten im Jahr aufbringen. Zwei Musicals und zwei Theaterstücke will er im Jahr herausbringen, seine Berechnungen der Wirtschaftlichkeit gründen sich auf eine 60-prozentige Auslastung; das Theater hat 420 Plätze. Im Gespräch ist das Stück über Charlotte von Mahlsdorf "I Am My Own Wife", das kürzlich in New York vom Off-Broadway an den Broadway umziehen konnte. Dafür würde sich natürlich mancher Berliner auf den Weg nach Steglitz machen.
Partner ist die Stage Holding
Solche Unternehmungen kann ein noch so ehrgeiziger Schauspieler nicht stemmen, deswegen hat Andreas Gergen einen wohlhabenden Partner gesucht und war bei der Stage Holding erfolgreich. Sie bespielt in Berlin das Theater des Westens und das Theater am Potsdamer Platz und betreibt deutschlandweit sechs weitere Musicals. Wie von Abgeordneten kolportiert wurde, soll die Stage Holding die Renovierung des Theaters und die Produktion des ersten Stückes übernehmen und dafür 700 000 Euro investieren. In den kommenden Jahren soll sie für die gleiche Summe bürgen.
Michael Hildebrandt von der Stage Holding und der künftige Betreiber Andreas Gergen sagen dagegen, Art und Umfang der Beteiligung am Schlossparktheater seien noch völlig offen. In jedem Fall aber werde die Stage Holding mit Know How dienen können. So solle die Steglitzer Bühne in die Marketing- und Vertriebsstrukturen des Musicalriesen eingebunden werden, darunter in das Ticket-System. Die Stage Holding betrachtet das Theater auch als Testbühne, auf der ein Stück und ein Genre wachsen können. Seine Firma, so Hildebrandt, sei daran interessiert, junge Kreative zu fördern, die Stücke schreiben und inszenieren. Man könnte es Entwicklungsarbeit nennen.
(...)
Der komplette Artikel in der Berliner Zeitung vom 13.01.2004

