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Austausch über die Besonderheiten der Theaterfotografie

Moderator: Frank

Beitragvon Frank am 31. Mai 2005, 20:12

Hallo laborator,

willkommen im Forum.

Beim Fotografieren im Theater hast du jede Menge Ausschuss dabei. In vielen bewegten Szenen mit mehreren Leuten auf der Bühne musst du hintereinander weg abdrücken können.
Deshalb spricht vieles für Kleinbild. Erstens ist es wirtschaftlicher, zweitens ist eine schnellere Bildfolge möglich.
Zum Erfahrung sammeln würde ich deshalb Kleinbild nehmen.

Gerade heute, wo viel digital fotografiert wird, erscheint es mir sehr reizvoll, sich von den vielen Schnellschussfotografen abzusetzen.
Deshalb würde ich für dich mittelfristig gut finden, wenn du die Mittelformatfotografie auch einsetzt. Wenn du die Bühne besser kennst, wirst du wissen, welche Situationen sich gut mit Mittelformat zu fotografieren sind.

Zu den Klickgeräuschen.
Absolute Stille herrscht im Theater ja selten. Daher gehen die Klickgeräusche oft unter. Wird es ruhiger, kann gehe von dir aus: Würde es dich an Stelle dessen dort oben nerven, wenn jetzt fotografiert wird?
Da Fotos ja fast nur während der Proben gemacht werden und die Darsteller auch ein Interesse an guten Fotos haben, sollte man einfach miteinander arbeiten.

Die Sache mit dem Umherlaufen spielt da auch mit hinein. Im Idealfall kennt der Fotograf das Stück und die Inszenierung und positioniert sich in den wichtigsten Szenen vorab richtig. Ein Fotograf, der hektisch durch die Sitzreihen hetzt, weil er gerade den Apfel auf dem Kopf entdeckt hat, nervt alle.

Ein Unterschied ist auch, ob du der einzige Fotograf bist oder ob mehrere Fotografen anwesend sind. Das schränkt nämlich den Radius deutlich ein.

Daraus ergibt sich dann auch der Einsatz eines Stativs. Wenn du eher fest an einem Platz bist, dann ja. Wenn du viel hin und her laufen musst/willst eher nein.

Soviel für's erste von mir

Viele Grüße
Frank
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Beitragvon Bernd der Segler am 9. Mai 2006, 08:49

. . . auch wenn dieser Thread fast ein Jahr alt ist . . . :-)

Frank hat schon recht mit dem vielen Ausschuss. Ich mache bei einer Generalprobe ca. 200 - 300 Fotos. Die Schauspieler gewöhnen sich an das Klicken. Ich mache ausschließlich AL-Fotos, also kein Bllitz. Der Beleuchter stellt das Licht etwas heller ein, als zur Vorstellung, so kommen gute Fotos zustande. Trotzdem fotografiere ich mit 50mm und Blende 1.8 bei ISO 400 damit ich auf ca. 1/100s komme. Längere Belichtungszeiten erhöhen den Ausschuss erheblich. So sind z.B. bei 1/30s oder auch 1/60s der Mund (vom Sprechen) oder Hände, Gesichter wegen Bwewegungsunschärfe nicht ganz scharf.
Außerdem Belichte ich 1/3 bis 2/3 Blenden unter, da der Hintergrund meist dunkel ist. Sonst würden die Gesichter oft weiß und ohne Zeichnung werden.
Da ich bei den Proben oft sehr dicht an die Schauspieler heran komme, weil die Bühne klein ist, habe ich mir jetzt ein 30mm f/1.4 bestellt. Ich hoffe damit noch öfter richtig belichten zu können.

Ein Stativ ist bei Brennweiten unter 100mm aus meiner Sicht nicht nötig, denn bei 1/100s kann man das noch aus der Hand halten.
Gruß Bernd
If your pictures aren't good enough, you aren't close enough (Robert Capa)
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