von han_naH am 2. November 2006, 12:51
hallo tabea,
also zuerst einmal zu den fragen, die leicht zu beantworten sind: Ich bin 18 und studiere in wien theater, film und medienwissenschaften, ein furchtbar trockenes studium, dass für mich nicht mehr als ein lückenfüller ist. ich wollte meine erste aufnahmeprüfung vor der matura machen (weil ich eigentlich ganz genau wusste wo ich hin will), aber da haben meine eltern gestrikt, die wollten dass ich mich nur auf meine matura konzentriere. darum musste ich jetzt irgendetwas zu studieren beginnen, und da fiel die wahl auf dieses studium. vielmehr konzentriere ich mich aber auf den schauspielunterricht. das tanzen , hab ich quasi für koordination und kondition dazugenommen (bei uns auf der uni gibt es verdammt billige sportkurse) und da hab ich mich für zeitgenössischen tanz eingetragen. das ist ein mix aus jazz dance, yoga, break dance, hip hop, ballett... in der broschüre steht die moderne form des bühnenetanzes. entschieden hab ich mich nur deshalb dafür, weil einige übungen, die beschrieben wurden, identisch in der aufnahmeprüfung vorkommen (ich hab ein reportage über das max reinhardt seminar gesehen und da war ein kurzer ausschnitt darüber).
bei meinem schaupielunterricht wurde ich auch ganz schön auseindander genommen. angefangen hat es mit impro übungen (das ging ja noch => ich war ein jahr in einem improvisationskurs). dann übungen, wo ich meine rollen, einmal verliebt, einmal verfolgt, einmal lustig etc. runtersagen musste. das war der hammer! ich hab mir in den sommerferein, als ich meine rollen lernte, einen eigenen rythmus antrainiert. den hat mir meine lehrerin genommen, damit ich egal in welcher lage ja nicht meinen text vergesse. sie meinte, dass einige schauspielschulen genau das gleiche machen bei der aufnahmeprüfung, und sie muss es ja wissen, schließlich hat sie bis jetzt alle ihre schüler in schulen untergebracht, darum heißt meine oberste devise, vertrau ihr einfach und lass dich fallen, und das ergebnis ist erstaunlich. ich beginne meine rollen immer mehr zu leben und schon langsam merk ioch, wie das ganze eine form annimmt.
aja meine rollen:
*Die unbekannte aus "Die Unbekannte aus der Seine" von Horvath
*Mirandolina von Carlo Goldoni
*Medea aus "Das goldene Vliess" von Grillparzer
Die letzte Rolle wurde aber gestrichen, weil ich das Stück bereits sieben mal im burgtheater gesehen hab und ich den rythmus von der schauspielerin einfach zu sehr im kopf habe, das heißt also, ich muss mich noch einmal auf die suche begeben.
einen tipp für eine rolle...mmhh... so wie ich das sehe, hast du einen klassiker: die medea. eine emanzipierte frau, noch dazu von euripides, der es als erster in der griechischen antike wagte, medea als opfer anzusehen und ihr den chor zur seite stellt, bis sie beschließt ihre kinder zu ermordern, ab da wird sie zu täterin. eine wunderschöne rolle, ich hab mich selbst lange mit der entwicklungsgeschichte beschäftigt, darum hatte auch ich die medea im repertoire.
die heirat sagt mir leider wenig, aber ich schätze mal du hast die rolle aus 101 monologe. wenns so ist, dan hast du eine frau, die im zwiespalt ist. aber mehr weiß ich darüber nicht.
eins wird aber klar dir fehlt eine lustige, humorvolle rolle, die in der moderne angesiedelt ist. wie wärs mit dem lottchen von Kurt Tucholsky mit titel "Lottchen beichtet 1 Geliebten". Falls du das buch hast 101 moderne monologe: Seite 51
so ich muss jetzt kochen,
bis bald
hannaH
-Guten Abend wir sinken, darf ich mich setzen?-