Studium Theaterwissenschaft-was bringt mir das?

Austausch über Praktikum, Ausbildung und Jobs am Theater

Studium Theaterwissenschaft-was bringt mir das?

Beitragvon Erika am 25. Januar 2006, 19:58

hallo miteinander!
bin gerade am überlegen, welche studienrichtung ich einschlagen sollte. das theater interessiert und begeistert mich sehr. deshalb dachte ich an theaterwisenschaft. wer hat das zufällig studiert und kann mir auf diesem wege sagen, was da so passiert und ob es sich lohnt und was man letztendlich damit anfangen kann? ist es überhaupt empfehlenswert und wie verhält sich das mit der theater-branche auf dem arbeitsmarkt?
wer kann mir weiterhelfen?

vielen dank und mit lieben grüßen
erika
Erika
 
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schwierig

Beitragvon lebenskünstlerin am 27. Februar 2006, 20:00

Liebe Erika,

ich habe in Erlangen Theater- und Medienwissenschaften studiert, und muss sagen: was es Dir bringt kommt darauf an was Du möchtest.
Das Studium ist interessant, und überfordert Dich je nach Wahl Deiner Nebenfächer bestimmt nicht. Das heißt, Du hast viel Zeit, um ganz viele unbezahlte Praktika zu machen, die ja derzeit in aller Munde sind. Die brauchst Du auch ganz dringend. Erstens, um herauszufinden, was Du später überhaupt mit Deinem Studium anstellen willst. Du musst praktische eine Linie finden, die Dir Spaß macht, denn wie bei allen Geisteswissenschaften bringt Dir der Abschluss allein erst mal nichts. Du kannst Dich auf Journalismus konzentrieren, und redaktionelle Erfahrungen im Kritikerbereich sammeln. Du kannst Dich in Richtung Dramaturgie oder Regieassistenz orientieren. Oder, das habe ich getan, in Richtung Kulturmanagement oder Künstlerisches Betriebsbüro. Dann gibt es noch die Möglichkeit in Richtung Pressearbeit zu gehen.

Fakt ist im Moment bei allen Jobs, die man mit dem Abschluss anstreben kann: es gibt sie nicht. Offene Stellen für Berufsanfänger zu finden ist im Moment sehr schwer. Du musst Dich danach ganz im Gegensatz zu irgendwelchen BWLern mühsam von einem befristetem, schlechtbezahltem Job zum nächsten hangeln. Sowohl zeitlich (Nachts, Wochenende) als auch örtlich wird absolute Flexibilität von Dir verlangt.
Das hört sich sicher sehr negativ an, aber das sind eben die Tatsachen. Wenn Du einen harten Weg gehen kannst, und bereit bist, danach auf einigen Luxus zu verzichten: das Studium ist in jedem Fall sehr spannend, vor allem weil Du absolut Deinen Themengebieten gemäß studieren kannst.


Viel Glück bei Deiner Wahl,

Lebenskünstlerin
lebenskünstlerin
 

@Lebenskünstlerin

Beitragvon Nanna am 6. April 2006, 14:21

Hi Lebenskünstlerin,

dein "Werdegang" hört sich echt gut an. Genau das was du machst habe ich auch vor und da ich aus Nürnberg bin würde ich natürlich auch an die Uni Erlangen gehn. Später würde mich dann die Arbeit im KBB reizen.
Wäre echt super wenn du dich mal kurz bei mir meldest, hätte ein paar fragen. Vielen Dank schonmal!

LG Nanna
nanna83@web.de
Nanna
 

Unterschiedliche Erfahrungen

Beitragvon frexx am 9. Oktober 2006, 01:57

Hallo Erika und alle anderen Studiums-Unschlüssigen!

Deine Frage nach dem "Was bringt das?" habe ich mir vor einem Jahr auch gestellt und mir eigentlich nicht vorstellen können, Theaterwissenschaft zu studieren. Doch irgendwie ergab sich das dann - ich brauchte sehr plötzlich und schnell ein Nebenfach und die Theaterwissenschaft hatte noch welche frei. Warum also nicht doch das studieren, woran ich Freude habe?!

Die Erfahrungen bis jetzt, ich studiere übrigens in Berlin an der FU bei Frau Fischer-Lichte, sind sehr unterschiedlich. Ich habe in den letzten 13 Jahren in ca. 5 Gruppen mitgespielt, 12 Produktionen mitgemacht. Davon 4 Gruppen im Schauspiel und eine als Regisseur. Praktische Tätigkeit hatte ich also, vor allem wenn man ein paar kleinere Praktika noch dazurechnet.

Das Studium, das muss einem wirklich bewusst sein, ist ein überwiegend theoretisches. Es ist eben eine Wissenschaft, keine Schaupiel- oder Regieausbildung. Man lernt also weniger, mit Texten/Stücken umzugehen, oder diese darzustellen, sondern Theater/Tanz/Performances usw. zu SEHEN und diese Vorgänge zu beschreiben, in einem historischen Kontext zu erkennen, aber auch einfach nur aus heutiger, persönlicher Sicht zu beschreiben. Die Frage: wie funktioniert "das" eigentlich? Wie können Worte in andere Zeichensysteme (Stimme, Körper, Musik) umgewandelt werden, was passiert dabei, wie kann das wirken?

An der Freien Universität gibt es eigentlich nur zwei Modulteile, in denen man ein wenig ausprobieren kann. Im "Szenischen Projekt" behandelt man ein Semester lang ein vorgegebenes Thema (bei uns "Schwärme") und versucht diese in unterschiedlichen Varianten darzustellen. Das weitaus aktivere ist das Praxismodul im ABV (Allgemeine Berufsvorbereitung), in dem drei bis sechs Studenten etwas erarbeiten sollen - von Lesung über regiebuch ist vieles möglich.

Und dennoch: man wird Wissenschaftler. Wenn Dir Schauspielerei eher liegt, könnte Dir so ein Studium zu theoretisch, zu weit von Dir selbst und der Sache an sich sein. Für Regieinteressierte ist es vielleicht eine gute Grundlage.

Aber wie schon vor mir gesagt wurde, vor allem mit der zusätzlichen Fächerwahl konkretisierst Du schon. Ich studiere Publizistik dazu, könnte also ziemlich gut später bei Zeitungen unterkommen - konzentriere mich aber mit meinem Job, den ich mache, sehr auf Kulturmanagement.

Schau Dir, auch wenn Du wahrscheinlich inzwischen schon studierst, die Vorlesungsverzeichnissse der Unis an. Die reinen Studienbeschreibungen sind meistens allgemeiner und "netter" geschrieben. Im VV und an den Veranstaltungsbeschreibungen erkennt man meist sehr gut, wovon das Studium handelt und kann deshalb eine sehr gute Orientierung geben.

Norman
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Beitragvon redhaedfairy am 10. Januar 2008, 20:24

Hallo,
ich habe ebenfalls vor Theaterwissenschaften zu studieren und mich bis jetzt auch von den ganzen negativen Aspekten bisher nicht abschrecken lassen. Allerdings stellt sich für mich jetzt die Frage nach einem Nebenfach, das meine beruflichen Chancen etwas verbessert.
Vorgeschlagen werden immer "Medienwissenschaft, Philosophie, Kunstgeschichte, Germanistik oder Anglistik", aber ich finde, dass diese Fächer alle ebenfalls sehr theoretisch sind (vielleicht bis auf Medienwissenschaft). Ich hoffe, die Studienberatung hilft mir da weiter, oder ich entdecke an der jeweiligen Uni (momentan sind Mainz und Bochum meine Favoriten, aber vermutlich hauptsächlich, weil sie so nah an meinem Heimatort liegen...) noch ein anderes Fach. (Ich meine: Philosophie und Theaterwissenschaften, da kann ich doch gleich Sozialhilfe beantragen, oder? ;) )

Meine Frage ist aber noch eine andere: Weiß jemand zufällig, ob man Theaterwissenschaften auch in einer Fremdsprache studieren kann?

chrissi
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Re: Studium Theaterwissenschaft-was bringt mir das?

Beitragvon Aric am 2. Juli 2008, 12:23

Hallo ich würde gerne Schauspiel studieren. jetzt fängt das Studium aber erst nächstes Jahr an! im April und falls ich da nicht angenommen werde möchte ich ein anderes studium anfangen was ich dann abbreche wenn ich angenommen werde und weiter mache wenn ich nicht angenommen werde. so. ich weiß nicht genau was das mit theaterwissenschaft ist und könnte mir das helfen bei meinem studium im bereich schauspiel? welche fächer habe ich beim studiengang theaterwissenschaft? Ich würde gern in Bochum studieren an der ruhruni, weil ich da in der nähe wohne. Gibt es eine Aufnahmeprüfung? Bis wann muss man sich einschreiben? hab ich noch zeit mir was anderes zu überlegen? Bitte euch um hilfe! ....HILFE!!!!!!!!

Danke :?:
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Re: Studium Theaterwissenschaft-was bringt mir das?

Beitragvon mrssoames am 7. Juli 2008, 16:41

mir geht es so ähnlich wie dir.
mein größter wunsch ist es schauspielerin zu werden.ich habe gerade mein aitur gemacht und werde dann einige schaupielschulen abklappern, zumindest alle in berlin und umgebung. ich werde wahrscheinlich auch die andern großstädte deutschlands deswegen besuchen, aber ob ich umziehen würde weiss ich nicht, da ich eben erst mit meinem freund in eine gemeinsame wohnung gezogen bin. da ich aber davon ausgehe, dass ich nicht sofort genommen, sondern einige jahre brauchen werde um an einer staatlichen schauspielschule angenommen zu werden(kann ja passieren), habe ich mir vorgenommen etwas schauspielnahes zu studieren um die zeit sozusagen "zu überbrücken". so habe ich mich für theaterwiss. als kombibachelor mit filmwiss. an der fu in berlin beworben.so viel ich weiss kann man das noch bis zum 15. juli-du hast also noch ein klein wenig zeit um dieses jahr das studium anzufangen.
wenn man in diese branche reinwill ist es wichtig, sich auch in dieser zu bewegen. klar kannst du mit einem studium der theaterwiss. nicht schauspielerin werden, aber du gehst in die richtige richtung, kannst leute und milieu kennenlernen und wichtige kontakte knüpfen, die dir mit der schauspielerei weiterhelfen können.
viel glück
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Re: Studium Theaterwissenschaft-was bringt mir das?

Beitragvon Scaevola am 17. Februar 2009, 17:08

Meine große Leidenschaft ist auch das Theater, ich spiele jetzt seit der 5. Klasse Theater und habe dabei von Schauspiel, Regie, Organisation, Requisite, Maske, Bühnenbild etc alles durchgemacht. Da jetzt das Abi unmittelbar bevorsteht hab ich mir dann doch mal überlegen müssen,w as ich später mache und bin dann auf die Theaterwissenschaften gekommen. War auch beim Infotag an der Ludwigs-MAximilians-Universität in München und bin mir jetzt sicher, dass das genau mien Studium ist. Es ist mir auch völlig klar, dass mir danach die Stellen nciht zufliegen, aber die Leute an der LMU meinten,d ass man mit Theaterwissenschaften eine gute Voraussetzung für viele kulturelle Berufe hat, sei es Regie (was ich am liebsten machen würde), Schauspiel, Kulturmanagement, Theaterkritik, Lektor in einem Theaterverlag... Denke also schon, dass ich im Bereich Theater unterkommen kann, wenn ich mich auch erst hocharbeiten muss.
Eigentlich wollte ich ja Lehramt studieren (besser bezahlt, bessere Rente, sicherer Job), aber ich denke, dasss ich dem Beruf nicht gewachsen bin. Ich arbeite zwar gerne mit Kindern, aber ich hätte bestimmt keine Freude daran, sie jeden Tag um mich zu haben. :wink:
Wenn einer träumt, bleibt es ein Traum.
Wenn viele träumen ist dies der Beginn einer neuen Wirklichkeit!
(Hundertwasser)
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