Arbeiten im Theater?

Austausch über Praktikum, Ausbildung und Jobs am Theater

Arbeiten im Theater?

Beitragvon han_naH am 26. April 2006, 19:20

Ich steh kurz vor dem abi und interessiere mich sehr für theater und theaterarbeit. in wie weit kann man sich als absoluter laie, ohne berufsausbildung, an einem theater bewerben und wofür?
ich habe vor auf eine schauspielschule zu gehen oder in richtung dramaturgie zu studieren. aber zwischendurch oder bis ich soweit bin, möchte ich im theater aktiv dabei sein, muss gar nicht bezahlt werden.

also weiß jemand was man dort machen kann, ohne ausbildung?
und wie man sich am besten bewirbt?

Bin dankbar für jede antwort,
hannaH
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Beitragvon Frank am 26. April 2006, 20:17

Hallo hannaH,

auf der Bühne und hinter der Bühne sind zwei verschiedene Welten.
Und Bühne und Bühne ist auch ein Unterschied.

Die großen Bühnen setzen gern auch Komparsen für Massenszenen und einen Extrachor ein. Da gibt es sicher hier und da Möglichkeiten.

Dann gibt es kleinere Theater und Laientheater. Dort sollte es auch möglich sein, als Talent ohne Ausbildung auf die Bühne zu kommen.

Hinter der Bühne wäre ein Schnuppern in Form von Praktika in allen Bereichen möglich.

Viele Theater haben Theaterjugendclubs. Diese spielen selbst Stücke, werden aber auch oft in kleineren Rollen bei den Profs eingesetzt.

Wo wohnst du denn? Gibt es ein Theater am Ort?

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Beitragvon Loreley am 4. Juni 2006, 22:10

Darf ich mich anschließen?

Ich bin selbst total neugierig auf Theaterspiel.
Deshalb wollte ich mich Hannah's Fragen gerademal anschließen...

Bei den meisten Homepages "Arcademy of arts" oder Schauspielschulen per Ort erfährt man nicht sehr viel über Annahme und Ausbildung.
Ich würde aber gerne wissen, ob es bei den Schulen verschiedene Schwerpunkte gibt, was die Aufnahmebedingungen sind, welche Reife man braucht oder nach dem Abschluss bekommt. Sind Arkademien und Hochschulen wie Fachhochschulen? Eigentlich nicht, oder?

Was mich noch interessieren würde, wäre eigentlich alles Rundum Theater und Schauspielkunst, wie man was darüber erfährt, Praktikas, Ausbildungen, Jobs... Bei uns gibts -komischerweise- keine Schauspielschule.. oder ich habe falsch gesucht. :lol:

Hm.. von Laientheater habe ich nochnie was gehört..
ist dieser Thread eigentlich noch aktuell? Ich wäre auf Hannah's Antwort zu Frank gespannt! =)


LG,
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Beitragvon han_naH am 8. Juni 2006, 11:38

Endlich Zeit zum Schreiben! Vor einer Woche habe ich erfolgreich maturiert und kann mich jetzt endlich auf mein eigentliches "Hobby" konzentrieren - das Theater und alles was drum rum passiert!

Ich wohne im tiefsten NÖ, eine Stunde von Wien entfernt. Bei uns gibt es keine Theatergruppen. Außer in den Schulen. In meiner gab es zwei Kurse- Improvisationstheater und Theaterspiel mit Textgrundlage. Bei beiden wirkte ich mit.

Aber im Oktober zieh ich nach Wien und beginne dort Theaterwissenschaften zu studieren. Aber mein eigentliches Ziel ist es in eine Schauspielschule hineinzukommen. Darum habe ich nebenbei Sprechunterricht, Gesangsunterricht, Schauspielunterricht und vielleicht noch Jazz Dance.

Aber was nutzt mir das ganze "Trockentraining" ohne Praxiserfahrung. Ich möchte einfach nur spielen. Leider ist das leichter gesagt als getan.
Darum ncohmals meine Frage, wenn ich dann in Wien bin, wo bekomme ich Informationen über Laientheater oder Jobs, die sich rund ums Theater drehen?

Und Loreley wonach genau suchst du: nach einer staatlichen oder einer privaten Schauspielschule. Beide haben in den meisten Fällen verschiedene Schwerpunkte. Der äußere Unterschied besteht darin dass es verschiedene "Schauspielausbildungsarten" gibt. Es gibt eine Schaupsielkunst nach Brecht, Stanislawski, Lee Strasberg und noch einem (aber da frag lieber die theaterexperten, welche Schule nach wem unterrichtet, da kenn ich mich noch nicht besonders aus => außerdem gibt es auch mischformen aus verschiedenen theorien).
Die Aufnahmebedingungen an den verschiedenen Schulen findest du auf ihrer Homepage.
Ich bin jetzt nicht sicher, ob ich dir wirklich auf deine Fragen geantwortet habe Loreley - interessierst du dich fürs Theater Hobbymäßig oder strebst du eine Ausbildung auf einer Schauspielschule an?
Würde mich freuen wenn du antwortest - es kommt nämlich selten vor, dass ich Leute in meinem Alter kennen lerne, die sich fürs Theater interessieren.

LG
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Beitragvon Loreley am 8. Juni 2006, 17:14

@hannaH

Ich glaube, ich bin mehr Laie als alle anderen User hier, wenn es um Schauspielkunst geht.
Ich habe garkeine Erfahrung in Richtung Theater gemacht, war nie in einer Theater-AG, in keinem Kurs oder Schulkurs oder ähnlichem. Lediglich gab es mal kleine Aufführungen hier und da in der Grundschule, aber das ist ja absolut unvergleichlich! *grinsel*

Nach was ich suche.. hmm.. schwer zu beantwrorten, wenn ich garnichtmal weiß, wonach ich suchen kann und was sich mir für Möglichkeiten bieten. Kannst Du mich vielleicht ein bisschen einleiten? Das wäre total lieb und unheimlich interessant! Ich bin erstaunt, wieviele verschiedene Kurse Du belegt hattest oder für Unterricht nimmst!

Was gibt es denn für Schauspielausbildungsarten?
Worin liegt der Unterschied zwischen einer privaten und einer staatlichen Schule?

Ich würde wohl lieber eine richtige Ausbildung anstreben, als hobbymäßig zu spielen.. oder wie ist das mit dem hobbymäßig genau gemeint?
Ich versteh mich darin wirklich nicht gut :roll:

Wenn aber, dann sehr gerne in Richtung Theater und nicht Schauspiel vor der Kamera...

Ich lass mich gerne aufklären! =)
Habe ich garnicht gedacht, dass nur sowenige interessiert sind..

bin echt froh, dass Du geantwortet hast- dachte beinahe schon, das Forum sei ausgestorben. :wink:


PS: Ist NÖ ein Kürzel der Stadt?


LG,
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Beitragvon Frank am 9. Juni 2006, 14:25

han_naH hat geschrieben:Aber was nutzt mir das ganze "Trockentraining" ohne Praxiserfahrung. Ich möchte einfach nur spielen. Leider ist das leichter gesagt als getan.
Darum ncohmals meine Frage, wenn ich dann in Wien bin, wo bekomme ich Informationen über Laientheater oder Jobs, die sich rund ums Theater drehen?



Hallo han_naH,

schau doch mal bitte auf diese Seite:
http://www.hfph.mwn.de/~chwolf/Theaterp ... hland.html

Hier findest du viele Theater in Wien aufgelistet. Auf den Webseiten der Theater kannst du dir ein Bild über das jeweilige Haus machen. Danach würde ich direkt Kontakt zu einem Theater aufnehmen.

Aufbereitete Informationen über Laientheater oder Jobs in Wien wirst du kaum finden. Wer soll soetwas erstellt haben und veröffentlichen? An solche Informationen kommst du am ehesten im Dialog mit Leuten, die sich auskennen.

Viel Erfolg
Frank
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Beitragvon han_naH am 11. Juni 2006, 15:48

@ Loreley

Die einfachste Frage zuerst: NÖ ist die Abkürzung von Niederösterreich und ist ein Bundesland von Österreich. Wenn dus genau wissen willst ich wohne in Gloggnitz, dass ist eine Kleinstadt im Süden von NÖ.

Ich glaube schon, dass es viele Jugendliche gibt, die an Schauspiel interessier sind (sieht man allein an den Aufnahmeprüfungen für Schauspielschulen, die ja regelrecht überlaufen sind). Nur kenne ich wenige, da ich in einer doch kleinen Stadt lebe mit wenig Jugendlichen.
Ich glaube auch nicht, dass es wichtig ist, möglichst viele Kurse besucht zu haben. Talent ist eine Grundvoraussetzung, die in keinem Kurs erlernbar ist. Dabei meine ich gar nicht, dass Talent jede Emotion zu spielen – dass ist eine Sache des Lernens. Aber du musst in gewisser Weise ein offener Mensch sein, der keine Angst hat auf der Bühne etwas von sich Preiszugeben, dass kann nämlich nicht jeder.

Darum finde ich es Schwachsinn, wenn Schauspielschul-Anwärter sich verrückt machen und glauben, dass es ohne Privatunterricht nicht geht. Wenn du aufgenommen werden willst brauchst du eine Riesen Portion Glück, Selbstvertrauen, Ausstrahlung und auch Können. Alles andere vom richtigen Sprechen bis zum richtigen Spielen lernst du dort!

Der größte Unterschied zwischen staatlicher und privaten Schule ist das Geld. Bei einer privaten zahlst du monatlich einen Beitrag (bei der Schauspielschule Knauss in Wien zahlst du pro Monat um die 300 Euro). Außerdem gibt es auch Unterschiede im Lehrplan, die meisten privaten Schulen haben einen „dünneren“ Lehrplan als die staatlichen. In meinen Augen bieten die staatlichen mehr. Die privaten können sich nicht alle leisten. Eine Bekannte von mir geht auf eine Privatschauspielschule und meinte zu mir „Meine Schule können sich halt nur die Eliteleute leisten, dementsprechend besser werden wir auch ausgebildet“. In meinen Augen ist das völliger Schwachsinn, es stimmt bei Privatschulen ist weniger Andrang aber nur weil es sich die meisten ohne Stipendium nicht leisten können.
Ich beginne mit den Aufnahmeprüfungen im Dezember in München, dann kommt im Jänner Graz und im Juni Wien. Alle Schulen dort sind staatlich bis das Konservatorium in Wien, da zahlt (ist aber leistbar und hat zudem tolle Lehrer).

Wenn du Hobbymäßig spielst, dann brauchst du keine Ausbildung, sondern kannst in Laientheatergruppen mitwirken. Der wirkliche Unterschied liegt aber darin, dass das eine ein beruf ist und das andere eine Freizeitgestaltung. Wenn du den Beruf anstrebst, dann kannst du damit rechnen, dass es ein verdammt schwieriger Weg wird aber auch gleichzeitig ein wunderschöner Beruf, da er eine einzige Herausforderung ist und Abwechslung bietet.

Ob du nun im Bereich Theater arbeiten willst oder vor der Kamera, kannst du nach der Ausbildung entscheiden. Du wirst in beides eingeführt. Die meisten Schauspieler entscheiden sich für eines, es gibt aber auch Grenzgänger die beides machen. Wieder andere arbeiten im Bereich Hörspiel oder beginnen zu synchronisieren. Es gibt auch Schauspieler die du in all den beschriebenen Bereichen wieder findest (wie Peter Matice z.B.). Fakt ist, dass diese Ausbildung viele Möglichkeiten zur Entfaltung bietet.

So aber jetzt genug von der „Belehrung“. Erzähl mal von dir:
Welche Ausbildung machst du gerade?
Weißt du was du danach machen willst, oder bist du auf der Suche nach einem geeigneten Beruf?

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Beitragvon Loreley am 18. Juni 2006, 13:00

@hannaH

Da hast Du Recht. Doch bei dieser Art Talent, denke ich, passen zu müssen. Einerseits kann ich bestimmt auf einer Bühne stehn, andererseits gibt es gewisse Lagen, wo ich das nicht kann; welche das sind, weiß ich selber nicht genau. Wenn man spielen muss, ginge das sicher gut, doch wenn man beispielsweise geprüft wird -wiebei einem Referat in der Schule- käme ich schnell dazu mich zu verhaspeln oder die Spucke zu verlieren. Auch das, denke ich, kann man erlernen und in den Griff bekommen, sowie Mimik und Gestik einer bestimmten Stimmungslage.
Ich würde gerne wissen, wann man als Schüler bei einer Prüfung versagt.^^ Aber erstaunlich dass sich 2 aus einem Kaff von tausenden Begeisterten hier im Theaterforum treffen. =)

Ausstrahlung ja, das ist immer soeine Sache.. Die Prüfer sehen in jedem Typen eine andere Sympathie, das ist nicht immer einfach Schüler zu sein.. *grr* da kann ich Dir bei der Portion Glück nur zustimmen.
Mal nebenbei, wo hast Du Dich so schlau gemacht, dass Du soviel Ahnung hast?

Weia.. also eine Privatschule wäre -schon allein in finanzieller Hinsicht- mal garnichts für mich.. Ich danke Dir für die Erklärung!
Wow, hast Dich schon beworben.. wie läuft das denn ab? Bist Du aufgeregt? Wenn auch erst Ende dieses Jahres.. bereitest Du Dich irgendwie vor oder was ist das für ein Gefühl?

Hobbymäßig spiele ich nicht.. ich spiele garnicht- habe ich zuvor auch nie getan. Ich bin einfach nur eine Theaterbegeisterte, die sich Tagträume ausmalt und in Erwägung zieht, es in die Tat umzusetzen.. Es hat mich gepackt, ich will es sogerne machen! Vielleicht hört sich das blöd an, aus den Sternen gegriffen oder sonst wie, aber mein Entschluss es zu probieren und gerne bei einem Theater mitzuwirken oder sogar im Beruf auf der Bühne zu stehn ist mir sicher! *-*

Apropos "nur" Hobbymäßig.. wie läuft das ab und wie und wo kann man denn hobbymäßig spielen?

Ist ja interessant! Soeine Ausbildung ist schon was feines, wenn sie soviel zu bieten hat..

Zu mir:

Ich mache garkeine Ausbildung, sondern gehe noch zur Schule. Derzeit stecke ich in einem Überbrückungsjahr, weil ich Mist auf meinen Zukunftswegen gebaut habe. Diesen Sommer komme ich auf die Fachoberschule -sofern ich den Eignungstest bestanden habe.. (Richtung Gestaltung, wenns Dich interessiert. =)

Ich habe eher Ahnungen, was ich machen könnte..
Ich mache mir schon ab und zu Gedanken, wie das hier laufen könnte, da es ja derzeit nicht einfach ist in Deutschland und auch vereinzelt in der EU, mit einem Job auszukommen bzw gut auszukommen. Zweierseits denke ich mir, wenn die Arbeit einen zu sehr belastet, egal in welcher Hinsicht, kann man es gleich schmeißen oder auswandern. Für wunscheswerte Ziele muss man eben 100% geben, deshalb habe ich mir meine Vorstellungen schon zusammengebastelt. Ich bin immernoch dabei, mich selbst zu erkunden, was mich reizt und antreibt. Wenn mich was packt, fasziniert oder gar inspiriert, ist das eine Sache, die mir wirklich wichtig ist, da ich von natur aus ein sehr skeptischer(besser nüchterner), wählerischer Mensch bin. In einem ist es die Kunst und alles musische. Da würden sich mir viele Zweige stellen. Andererseits diese Leidenschaft wie beispielsweise die Schauspielkunst, wo man alles Gefühl fantastisch zum Ausdruck bringen kann- find ich klasse! Und eben eine feste "Trendyvariante" um besser durchzukommen. Ich weiß nicht, ob ich jetzt richtig verstanden werde, aber ich sehe einen deutlichen Unterschied in den JobRubriken. Ach naja, das lass ich mal. Man stelle sich einfach den öffenmtlichen festen Job vor in feiner Kleidung, die, die den Medien nacheifern und einmal den Job den einen erfüllt, der nur für einen selbst ist...

Was ist denn mit Dir und Deinen Vorstellungen oder Plänen?


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Beitragvon han_naH am 16. Juli 2006, 17:55

@Loreley

Gleich vorweg muss ich mich entschuldigen für meine lange „Antwortzeit“. Bei uns waren in letzter Zeit so schwere unwetter, dass ich alle elektronischen Geräte ausstecken musste. Bei meinen großeltern war es so schlimm, dass wir vor zwei wochen mit den schneeschaufeln ausgerückt sind, weil der hagel 30 cm hoch lag! Als das wetter tief endlich verschwunden war, spann unser internet und ich bekam keine verbindung. Darum großes sorry, normalerweise bin ich schneller J!
Jetzt funktioniert endlich wieder alles und ich kann antworten – endlich:

Also ich glaube nicht dass es eine bestimmte art talent gibt, die einfach passt. Talent ist sowieso so ein begriff der mich wahnsinnig macht, denn was ist talent? jedes buch, dass ich über schaupielerei gelesen habe, umgeht den begriff talent und argumentiert mit beispielen. Bis jetzt habe ich nur eine definition gefunden mit der ich etwas anfangen kann:
„Alle künstlerische Energien im Feld greifen wie ein netzwerk wechselseitig ineinander, stehen im steten Bezug zueinander, haben nur im unteilbaren ganzen des feldes ihre eigentliche qualität. Jedes Feld der darstellerischen Kräfte ist durch die Individualität jedes Darstellers anders strukturiert, entwickelt andere Qualitäten aus unterschiedlichen künstlerischen Energien: Es gibt kein allgemeingültiges, ideales Feld.“
Darum glaube ich auch, dass man nirgends rein passen kann. Sonst wurde jede Individualität flöten gehen und gerade, dass macht Theater aufregend und facetten reich.

Es wird immer situationen geben, wo man denkt: „scheiße, dass kann ich nicht spielen!“. Ich erlebe das gerade bei meiner monolog auswahl. Im november ist meine erste aufnahmeprüfung und ich schaue mich schon seit langem um nach geeigneten monologen. Dagür habe ich mir zwei monolog bücher gekauft, die als anstoß dienen sollen. Da sind rollen drinnen, die wunderschön zum lesen sind – aber spielenswert? Schließlich hast du nur drei minuten zeit (wenn überhaupt) eine rolle zu präsentieren und da würde ich mir nichts aussuchen, was nicht zu mir passt. Oder gefühle, die ich nicht kenne. Da komme ich dann zu meinen grenzen, ich weiß ich könnte es, aber nur dann wenn ich die ganze rolle spiele, da ich da die zeit habe einen bogen zu spannen. Gibt man mir die zeit nicht und nur einen drei minuten ausschnitt, fällt es mir schwer, da ich kaum zeit habe mich hineinzufühlen und überzeugend zu sein.
Wichtig ist glaube ich, sich diese prüfungssituation wegzudenken. Du hast die chance jemand ganz anderen zu spielen. Ich beginne meistens damit mir die gefühlswelt vorzustellen, dann die ortschaft und dann die konstellationen drum herum. Wenn man die rolle dann immer wieder spielt und immer wieder neu entdeckt, dann fällt es dir auch leichter die prüfungskommission wegzudenken.

Die Ahnung von der materie habe ich aus büchern. Seit nun zwei jahren, weiß ich, dass ich auf die bühne will, koste es was es wolle. Das kosten kannst du wörtlich nehmen. Seit zwei jahren fließt mein gesamtes geld in theateraufführungen und vorlesungen. Ich habe das glück großeltern zu besitzen, die kulturbegeistert sind und sehr viel mit mir mitmachen. Einmal haben sie sich für mich sogar acht stunden autofahrt angetan, damit ich die Shakespeare – festpiele sehen kann. Das macht auch nicht jeder.
Wenn man sich interessiert kommt man immer irgendwie zu antworten, teils durch das internet, durch das konkrete fragen, oder durch bücher. Falls dich bücher zum theater interessieren kann ich dir einige sagen.

Wo du hobbymößig spielen kannst? Puh..keine Ahnung, dazu kenn ich deine gegend zu wenig. Wenn du freunde hast, die sich auch dafür interessieren, kannst du dir stücke hernehmen und einfach just for fun spielen. Das kann dich echt weiter bringen und du lernst dich zu öffnen für andere figuren. Wenn du es professioneller haben willst, kannst du dich nach schauspielclubs in deiner nähe umsehen (hauptsächlichen in städten zu finden). Such einfach in google, ich hab meinen schauspielunterricht auch im internet gefunden. Da musst du aber mit hohen kosten rechnen. In wien gibt es privat schauspielunterricht der zwischen 25 –65 euro die stunde kostet. Pass nur auf, dass du nicht an die falschen leute gerätst. Ich war einmal in einem schnupperkurs, wo die weiterführung pro fach 200 euro gekostet hat. Mit so tollen fächern wie emotionales basistraining. Klingt toll – bringt aber nicht viel, weil sie aus fünf theorien eine zusammenstoppeln, wo anfang du ende fehlt.
Das du davon träumst und glaubst nach den sternen zu greifen, das kenn ich sehr gut. Als ich begann mich zu interessieren dafür, brauchte ich ein halbes jahr bis ich darüber mit meiner familie sprach. Ich träumte so dahin und begann wissen zu „hamstern“. Anfänglich wurde ich auch nicht ernst genommen – es wurde als eine laune eingestuft. Mein vorheriger berufswunsch – rechtsanwältin für menschenrechte wurde wesentlich realistischer gesehen (schon allein deswegen weil du in meiner familie einige erfolgreiche juristen findest). Da ich bereits in der schulzeit begonnen hatte mich in die schulpolitik einzuarbeiten (Ich war drei mal schulsprecherin und traf mich auch regelmäßig mit irgendwelchen leuten die österreichweit was bewirken konnten), dachte ich mir das wär doch was für die zukunft. Doch als ich das erste mal im theater war und birgit minichmayr im „Das goldene Vlies“ sah, wusste ich, dass ich in die falsche richtung gehe.
Bereits in der unterstufe wussten viele lehrer nur meinen namen, wegen eines theaterstückes, wo ich mitgearbeitet habe. Manchmal nannte sie mich auch „dimitri“ (mein name in diesen stück – ich spielte einen verwirrten und lustigen erzähler, jedoch alles improvisiert, da wir diesen part erst zwei stunden vor der premiere besprochen hatten und noch nie geprobt [der kurs wurde das erste mal durchgeführt und die zeit wurde unterschätzt]), weil ihnen „hannah“ nicht einfiel. Von daher dachte ich, dass ich so unbegabt nicht sein kann (auch wenn ich damals erst 13 war). Beim stück in der oberstufe kamen dann das erste mal leute und lehrer auf mich zu und fragten, ob meine zukunft auch in diese richtung gehen wird. Also wieso also nicht den sprung in das kalte wasser wagen – was soll mir schon passieren?
Darum greif weiter nach den sternen und tu was dafür, wenn du tipps punkto monolog bücher brauchst oder sonst fragen hast stell sie einfach? Ich antworte gerne.
Wie das konkret mit aufnahmeprüfung und verfahren ist schreib ich dir das nächste mal, (wenn’s dich noch interessiert und du noch antwortest) – weil sonst wird das schreiben hier ein roman!

Vorweg würde ich den artikel im spiegle lesen, er ist in meinen augen genial und realistisch geschrieben.

http://www.spiegel.de/unispiegel/jobund ... 63,00.html

ich weiß nicht, ob du mit dem max reinhardt seminar etwas anfangen kannst, dass ist eine der renommiertesten schulen im deutschsprachigen raum (liegt in wien). Der andrang ist deshalb verhältnismäßig groß (manchmal mehr deutsche als österreicher)

LG and again sorry

hannah
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