zauberflöte_Reloaded

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zauberflöte_Reloaded

Beitragvon König_Miki am 7. April 2005, 06:23

Am 01. April hatte die zauberflöte_Relaoded des Jungen Theater auf der Großen Bühne in Nordhausen (Thüringen) Premiere!

Ein Abenteuer nach Mozart und Schikaneder versprach der Theaterjugendklub Nordhausen mit der Aufführung "Zauberflöte - Reloaded".

Versprach´s und hielt´s. Dabei luden die von Susanne Mautz und Ronald Winter angeleiteten 30 Mitwirkenden von der Partitur herunter, was ihnen an der symbolträchtigen Geschichte und an Mozarts Musik prima gefällt. Außenseiterdasein, Rivalitäten, Mut und Elan wurden in dieser 80-minütigen Fassung cool mit Reggae, Rap und Rock´n´Roll aufgemischt. Dass die ziemlich souverän mit dem Stoff umgehenden Jugendlichen bei der Premiere auch Hemmungen zu erkennen gaben, fiel so wenig ins Gewicht wie stimmliche Reibereihen mit der Intonation.

Der Wert dieser Adaption liegt in der praktisch erworbenen Werkkenntnis und dem Teilhabenlassen anderer daran. Wovon Gleichaltrige regen Gebrauch machen sollten. Reifere Opernfreunde erwartet auf Nordhausens großer Bühne ein amüsanter Abend, welcher aus dem Zusammentreffen von Original und freier Erfindung seinen humorig-parodistischen Nektar zieht. Da keines der theatralischen Elemente ausrastend dominiert, darf sich der unverstellte Blick ruhig auf "Zauberflöte - Reloaded" einlassen und dieser Arbeit Beifall zollen. Und wenn Taminos Frage "Lebt denn Pamina noch?" mit dem Randfichten-Refrain beantwortet wird, kann sich wohl niemand der heiteren Wirkung entziehen.

Als ungelenker Countrysänger stapft Papageno (Sebastian Haupt) über die Bühne und kontrastiert die Opernedlen Tamino (Nicolas Jantosch) und Pamina (Sabrina Schmücking) ungewollt, aber programmgemäß. Die beliebte Königin der Nacht (Carolin Hartmann) erspart sich ihre erste, unpopuläre Arie und ist als zorniges Trampelchen ebenso lustig wie Papagena (Marlene Kowalski). Nie sangen sie so tief wie in Nordhausen. Der Damenchor walzt, die Knaben (Anna Maria Filges, Lisa Neinaß) verspachteln rappend Pizza, die Sklaven entpuppen sich als Vileda-Putzkolonne und die Beatles-Priester tanzen zu "She loves you". Mimt Tobias Ritter lediglich den Sarastro, gibt Eric Janiszewski als Monostatos einen echten Was-guckst-du-Typ ab.

Feuer- und Wasserprobe stilisieren die Jugendlichen zu einer (vielleicht ihrer) Jugendweihe, mit ersten Proben von Nikotin und Feuerwasser. So ist halt das Leben, fast wie die Oper



Inhalt
Ein Mädchen wird entführt und bleibt auch in der Gefangenschaft seinen Prinzipien treu, zwei junge Männer machen sich auf die Suche nach ihrer ersten Liebe, eine Mutter zerbricht am Verlust ihrer Tochter, ein Außenseiter wird das Opfer von Rassismus, ein Herrscher scheut sich nicht, Güte und Tugend mit Gewalt zu erzwingen und drei coole Jungs sind immer zur Stelle, wenn sie ein Abenteuer wittern. Die Schicksale dieser Figuren bilden die Grundlage für eine Fassung von Mozarts „Zauberflöte“, die von 24 Jugendlichen zum Leben erweckt wird.
Die unsterblichen Melodien der „Zauberflöte“ treffen auf Reggae, Rap und Rock’n’Roll und verbinden sich zu einem klingenden Mozart-Abenteuer voller Überraschungen

Weitere Aufführungen: 23.04., 02.05., 28.05.
König_Miki
 
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