Theaterjugendclubs - Segen oder Fluch?

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Theaterjugendclubs - Segen oder Fluch?

Beitragvon Frank am 4. Februar 2004, 16:17

Theaterjugendclubs sind sicher eine ganz tolle Sache: Jugendliche verbringen sinnvoll ihre Freizeit und lernen viele Dinge fürs Leben.

Für die Theater sind solche Theaterjugendclubs auch sehr interessant: Es gibt Nachschub für die Bühne an Kinderdarsteller und Komparse, der meistens sehr hoch motiviert sind.

Die Kehrseite:
Journalisten schätzen die Leistungen von Theaterjugendinszenierungen oft sehr wohlwollend ein und scheuen auch nicht den Vergleich mit Profis. Hinzu kommt, dass die Zuschauerzahlen gelegentlich über die der Inszenierungen der Theater liegen. (Dass da oft nur Bekannte und Verwandte sitzen, ist bei der euphorischen Berichterstattung kein Thema.)

Das wäre nicht weiter schlimm, gäbe es da nicht Politiker, die zwar wenig vom Theater verstehen, aber trotzdem auf "Ideen" kommen!

Könnte man nicht - "In Zeiten leerer Kassen, wo alle sparen müssen." - Laien nicht viel öfter Theater spielen lassen?

Könnte man nicht den Chor mit begabte Laien auffüllen?

Könnte man nicht...

Könnte man nicht...

Theaterjugendclubs - Segen oder Fluch? Oder beides?

Was meint ihr?
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Segen!

Beitragvon eddi am 4. Februar 2004, 21:14

Hi,
ich war selbst mal in einem Theaterjugendclub. Das war eine total wichtige Zeit für mich. Man konnte sich ausprobieren und hat sehr viel gelernt. Besonders die Nähe zu echten Theaterleuten fand ich total spannend. Wir haben eigene Stücke gespielt und auch kleine Rollen in den richtigen Inszenierungen bekommen. Ich finde es nicht gut, wenn da etwas schlecht geredet wird.

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Beitragvon Elli Pyrelli am 26. Februar 2004, 18:05

Gerade darum geht es ja:
Interessierten Jungendlichen neben und mit professionellen Akteuren die Möglichkeit geben, echten Einblick in das Theater in seiner Gesamtheit zu geben!
Aber eben bitte nicht nur als billige Statisten & Komparsen ausnutzen oder womöglich nur zur eigenen Profilierung egozentrischer Regisseure, wie es gerne zur Zeit geschieht!
Also unbedingt junge Leute für das Theater begeistern, indem Profis mit ihnen auch echt arbeiten!
Elli
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Beitragvon Fabio am 26. Februar 2004, 22:42

Elli Pyrelli hat geschrieben:Aber eben bitte nicht nur als billige Statisten & Komparsen ausnutzen oder womöglich nur zur eigenen Profilierung egozentrischer Regisseure, wie es gerne zur Zeit geschieht!

Ja, ich finde Theaterarbeit mit Judendlichen auch unverzichtbar.

Apropos Profilierung: Wenn sich Theaterleiter profilieren wollen, dann tun sie dies gern, indem sie "Stars" aus Kino und Fernsehen für viel Geld engagieren und die eigenen Ensemblemitglieder das Nachsehen haben.

Grüße,
Fabio
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Beitragvon TheaterFranzi am 11. März 2004, 20:47

Hallo erstmal!

Also ich selbst bin im Theaterjugendclub vom DNT Weimar und finde es eine gute Sache! Ich bin auf jeden Fall dafür!
Warum denn Laien einsetzen??? Es gibt schon genug (z.T. gute) SchauspielerInnen, SängerInnen ect. die kein Engagement haben, warum dann noch Laien einsetzten? Dann braucht es diese Berufe ja gar nicht mehr... Das wäre wohl auch nicht der Sinn!Oder hab ich das falsch verstanden?
Naja.
Übrigens ist das mit den "STars" wirklich so...
Liebe Grüße,
Franzi
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Beitragvon Frank am 13. März 2004, 21:42

TheaterFranzi hat geschrieben:Warum denn Laien einsetzen??? Es gibt schon genug (z.T. gute) SchauspielerInnen, SängerInnen ect. die kein Engagement haben, warum dann noch Laien einsetzten?


Klar, die gibt es. Es gibt aber auch Sparzwänge. Ökonomen, die von einer Gleichwertigkeit TJC=Profis in den Zeitungen lesen, kommen hier und da schon auf den Gedanken, Nebenrollen mit Mitgliedern der TJC zu besetzen oder gar ganze TJC-Inszenierungen in den Spielplan als vollwertige Aufführungen zu integrieren.

Pauschal lässt sich das natürlich nicht auf alle Theater übertragen. Normalerweise können und müssen Theater locker mit TJCs umgehen.

Dort, wo Kürzungen, Fusionen, Sparten- oder Komplettschließungen drohen, scheint die Sache komplizierter. Spätestens, wenn Polit-Funktionäre, die sonst nie ins Theater gehen und immer nur über die Höhe der Zuschüsse für das Theater klagen, alle Aktivitäten des Theaterjugendclubs plötzlich "ganz toll" zu finden, sollten die Alarmglocken angehen.

Ganz problematisch könnte es werden, wenn es zu einer Art Bündnis zwischen Funktionären und TJC kommt, um die "verkrusteten Theaterstrukturen" aufbrechen. Wenn die Leute vom TJC den Funktionären das Gefühl geben, das Theater auch ohne die Profis weiterbetreiben zu können.

Beste Grüße

Frank
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Beitragvon Gast am 30. März 2004, 09:44

Frank hat geschrieben:Dort, wo Kürzungen, Fusionen, Sparten- oder Komplettschließungen drohen, scheint die Sache komplizierter. Spätestens, wenn Polit-Funktionäre, die sonst nie ins Theater gehen und immer nur über die Höhe der Zuschüsse für das Theater klagen, alle Aktivitäten des Theaterjugendclubs plötzlich "ganz toll" zu finden, sollten die Alarmglocken angehen.


Hallo,

da ist was dran. Ein lebendiger Theaterjugendclub kann schon frischen Wind in ein Theater bringen. Da sie auf die Theaterstrukturen zurückgreifen können (Beleuchtung, Ausstattung, Werbung etc.) wirken Stücke der TJCs oft auch ausgesprochen professionell.

Politiker wollen oft nicht hören, dass hier keine Einsparpotentiale vorhanden sind. Im Gegenteil: Für die Jugendarbeit müsste zusätzliches Geld bereitgestellt werden.

Gruß
Rose
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Beitragvon puma13992 am 2. Februar 2008, 00:22

Hey,
ich bin selbst seit einem Jahr im Theaterjugendclub in Eisenach. Unser Theater wird im Sommer "schließen", d.h. viele Orchester-Leute, Werkstättler etc. werden entlassen und unser Haus geht in den Besitz von Meiningen über.
Ob der Theaterjugendclub überlebt, glaube ich nicht. Wovon sollten wir uns finanzieren können ?

Mir hat die Arbeit viel gebracht, nicht nur meine Grenzen kennen zu lernen, sondern auch Erfahrungen (positiv wie negativ) zu sammeln und Leute kennen zu lernen. Aus mir heruas zu gehen...

Für mich ist es eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, auch wenn viele Leute das in meiner Klasse nicht verstehen.
puma13992
 
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