Monsieur Ibrahim und die Blume des Koran

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Monsieur Ibrahim und die Blume des Koran

Beitragvon Ramona am 14. November 2005, 16:28

Monsieur Ibrahim und die Blume des Koran - Das bereits erschienene Buch von Eric-Emmanuel Schmitt war schon ein Erfolg für sich. Nun wurde der Text, der von Annette und Paul Bäcker übersetzt wurde neu bearbeitet. Und zwar für das Junge Thater Bonn !

Wer das Buch kennt, muss sich unbedingt das Theaterstück dazu angucken und wer es nicht kennt der auch!
Ich habe es mir angeschaut und das von Marco Dott Regiegeführte Stück ist wirklich toll.
Nicht nur die Kulturübergreifende Geschichte faziniert den Zuschauer, dass vom Jungen Theater Bonn erzeugte Bühnenbild, ermöglicht es dem Publikum mit auf eine Reise durch verschiedene Länder zu kommen. Zunächst aber einmal hier ein Überblick zu der Geschichte:


Der 13jährige Moses hat keinen leichten Stand: Er lebt allein mit seinem depressiven Vater, der ständig auf ihm rumhackt, die Nutten in der Rue du Paradis wollen ihm nicht glauben, dass er schon 16 ist, und das Haushaltsgeld reicht hinten und vorne nicht. Gut, dass es den alten Monsieur Ibrahim gibt, der unten an der Ecke einen Kolonialwarenladen betreibt. Dort klaut Moses alles, was er braucht, um sich und seinen Vater zu ernähren. Er ist Jude und Monsieur Ibrahim "ja nur" Araber, also was solls: Für ein schlechtes Gewissen gibt es keinen Grund. Naja eigentllich ist Monsieur Ibrahim genau genommen Türke und "Araber" heißt in seiner Branche soviel heißt wie: 24 Stunden geöffnet. :lol:
Moses muss bald feststellen, dass er sich in Monsieur Ibrahim getäuscht hat. Und er gar nicht so ein schlechter Kerl ist, wie er anfangs dachte. Eines Tages offenbart der dem Jungen, dass er ganz genau weiß, was Moses ihm alles gestohlen hat. Standpauke, Prügel, Anzeige bei der Polizei … mit allem hat Moses gerechnet, doch Monsieur Ibrahim läßt ihn schwören, dass er auch in Zukunft - wenn überhaupt - nur bei ihm klaut. Und außerdem kennt er eine Menge guter Tricks, die Haushaltskasse zu entlasten. Muß es wirklich immer Leberpastete für den Papa sein? ‚Chappi Royal’ ist zwar für Hunde gedacht, schmeckt aber fast genauso… So werden die beiden zu Freunden.
Eines Tages verschwindet sein Vater, und kurze Zeit später erhält Momo die Nachricht, dass er sich das Leben genommen hat. Monsieur Ibrahim bietet dem Jungen an, ihn zu adoptieren. Doch das Jugendamt macht Moses Mutter ausfindig, und auch sie bietet ihrem Sohn an, ihn zu sich zu nehmen…
Wie Moses sich entscheidet und was sonst noch so passiert, das schaut euch besser selber an. Jedenfalls kommt es dazu, dass Monsieur Ibrahim und Moses eine Reise zur Türkei antreten und da sind wir auch schon wieder bei der Gestaltung des Bühnenbildes angelangt:

Das anfängliche Bühnenbild wird mit weißen Bezügen überdeckt und jedes Land, das die beiden bei Ihrer Reise durchfahren wird per Diashow auf die Laken projeziert. Das ergibt eine wunderbare Multikulti- Atmosphäre und ist prima anzusehen.

Also ich kann das Theaterstück nur weiter empfehlen. Die Erwartung, dass man nach dem Theaterstück ein Spezialist der islamischen Kultur ist, ist allerdings zu hoch gelegt. Aber reinschnuppern kann man auf alle Fälle.
Theater ist der seeligste Schlupfwinkel für all diejenigen, die ihre Kindheit heimlich in die Tasche gesteckt und sich auf und davon gemacht haben, um bis an ihr Lebensende weiterzuspielen. (M. Reinhardt)
Ramona
 
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Registriert: 14. November 2005, 15:29

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