Mehr Operetten spielen?

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Moderator: Frank

Sollen Theater meht Operetten spielen?

Ja, das fänd ich für mich und für das Publikum gut
7
53%
Ja, interessiert mich zwar nicht, aber wenn es Interesse gibt
1
7%
Ist gut so, wie es ist
4
30%
Nein, interessiert mich nicht
0
Keine Stimmen
Nein, weil es für das Publikum nicht gut ist
1
7%
 
Abstimmungen insgesamt : 13

Mehr Operetten spielen?

Beitragvon Frank am 5. Februar 2004, 00:47

Dass Operetten beim Publikum unbeliebt sind, kann man eigentlich nicht behaupten. Dagegen sprechen die Zuschauerzahlen.

Und doch tun sich viele Theater mit der Theatergattung Operette schwer. In Berlin gibt es drei Opernhäuser. Doch wo gibt es traditionelle Operette zu hören?

An einem Landestheater begründete ein Öffentlichkeitsarbeiter bei jeder Gelegenheit Strukturreformen damit, dass das Operettenpublikum in zwanzig Jahren ausgestorben sei. Wird das nicht schon seit 100 Jahren behauptet?

Was meint ihr? Mehr Operette spielen? Oder weniger Operette spielen?
Zuletzt geändert von Frank am 13. Februar 2004, 12:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Operettenfreund am 6. Februar 2004, 14:56

Generell stimme ich zu, dass die Operette eine Zukunft hat. Aber nur, wenn sie nicht unnötig weit von der Vorlage weg inszeniert wird. Regisseure, die die Operette ablehnen und trotzdem spielen lehne ich ab. Dieses ewige Um- und Reininterpretieren will ich nicht sehen. Manche Operetteninszenierungen grenzen an Zuschauerverachtung.
Operette muss bunt und lustig sein. Die große Weltpolitik hat dort nichts verloren. Dann soll die Operette auch öfter gespielt werden.

Grüße vom
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Beitragvon LGmartin am 13. Februar 2004, 12:18

Den Ausführungen des "Operettenfreundes" kann ich zum Teil zustimmen,muß aber in einigen Details doch widersprechen.
Ich denke zuallererst,daß es - zwecks sinnvoller Fortführung dieses Diskussionsfadens -gilt,eine Art (wohl schwierig zu positionierende) Trennlinie innerhalb dieses Genres zu ziehen und zwischen Revueoperetten a la "Blume von Hawaii" und der klassischen Form eines "Zigeunerbarons" und ähnlicher Werke zu unterscheiden.
Für erstere Erscheinungsform gilt natürlich die Maxime "bunt und lustig", ohne krampfhaft unter der Oberfläche nach Tiefgrund zu suchen.
Wenden wir uns allerdings der klassischen Operette zu ,darf man nicht vergessen,daß sie ursprünglich aus der oper buffa entstanden ist (im 18.Jahrhundert nannte man ins Deutsche übersetzte ´Opere buffe` Operette) und sowohl in ihrem musikalischen Anspruch als auch ihren dramaturgischen Aspekten der Oper in herkömmlichem Sinn völlig ebenbürtig ist.
So gesehen darf man der Operette auch nicht grundsätzlich politische Dimensionen absprechen.
Offenbachs Operetten z.B. sind ja meistens fleischgewordene Politsatiren,und die Tatsache,daß die Wiener Operette quasi in den Wiener Vorstadt(Bürger-)theatern entstanden ist,weist mehr als deutlich auf ihre politischen Ansprüche hin.
Natürlich - krampfhaft in eine Operette hineininterpretieren zu wollen,was nicht ´drin ist ,macht keinen Sinn.Gleiches gilt aber auch für die Oper.
Wer schätzt nicht die beißende gesellschaftspolitische Kritik eines Offenbach´schen "Orpheus",der Umgang des Kurfürsten im "Vogelhändler"mit dem weiblichen Bürgertum steht in seiner herrschaftlichen Arroganz auf einer Stufe mit dem Figaro-Grafen bei Mozart und wenn sich im "Zigeunerbaron" der Titelheld trotzig dem Volk zuwendet,das im 3.Reich ähnliche Verfolgung,Unterdrückung und Not zu leiden hatte,wie das jüdische,und noch immer gegen Vorurteile zu kämpfen hat,kriegt das durchaus große politische Dimension.

Das eigentliche Problem der Operette ist meines Erachtens nach das aussterbende Ensembletheater.Denn nur dort könnte sie die Pflege erhalten,die ihr zusteht.
LGmartin
 
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Beitragvon jasmine am 4. November 2004, 01:32

Operette wird es immer geben. Und so habe ich auch abgestimmt. Wäre doch wirklich schade darum. Es müssten sich nur noch mehr jüngere Leute dafür begeistern. Aber da sehe ich eher schwarz. Und das ist zu bedauern.
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