Gründung einer Theatergruppe??

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Moderator: Frank

Gründung einer Theatergruppe??

Beitragvon DonJu am 2. Juli 2007, 19:32

Servus,
hab da ma ne Frage, :oops:

Hat jemand von euch vielleicht mal die Erfahrung gemacht, wie man bei einer Gründung einer Theatergruppe vorgehen muss?

Ein Verein wäre wohl nicht das geeigneteste Modell,
da man ja für jede Aufführung Geld, (welches zu gunsten des Ensembles, sowie als Gage der Schauspieler sein soll), bekommt.

Deshalb meine Frage ob es besser ist ein Unternehmen zu gründen oder eine ander Form zu wählen.

Hoffe Ihr könnt mir weiterhelfen
Lieben Gruß DonJu :P
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Beitragvon Frank am 2. Juli 2007, 22:00

Hallo DonJu & willkommen im Forum,

so schlecht die die Rechtsform eingetragener Verein eigentlich nicht. Vorteil: Keine persönliche Haftung der Beteiligten.

Wenn ihr einfach loslegt, seit ihr automatisch eine GbR. Es haften im Schadensfall alle! Oder ihr gründet eine GbR und legt fest, wer den Hut (mit allen Rechten und Pflichten) auf hat.

Eine GmbH muss mindestens 25.000 € an Geld- oder Sachwerten haben. Keine Ahnung, ob bei euch so viel Geld da ist.

Schreibe mal bitte noch etwas mehr, dann lässt sich mehr sagen.


Schöne Grüße
Frank
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Beitragvon DonJu am 3. Juli 2007, 06:51

Hallo Frank,
und vielen lieben Dank für deine schnelle Antwort!

Wir sind eine Theatergruppe von ca.10 Leuten, und spielen seit knapp 4-5 Jahren zusammen Theater in unserm Schulensemble.
Da nun viele ihr Abi haben und fertig mit der Schule sind, wollen wir unsere Gruppe auf eigenem Wege weiterfüren.
Theater ist unser Leben :D und ein kleines Unternehmen in diese Richtung
ist ein großer Lebenstraum von uns allen!


So weit ich weiß ist ein Verein meist gemeinützig.
Wenn wir nun Geld für eine Aufführung bekommen, wäre es schön,dass jeder der Akteuren einen Anteil bekommt.
Ob das nun bei einem Verein geht weiß ich nicht.

Eine GbR wäre schonmal nicht schlecht, wobei die Risiken fals doch ma was schief gehen sollte, auch net grade ohne sind.

Muss man die GbR beim Finanzamt melden? Und was ist weiterhin erforderlich?

Ich hoffe Lieber Frank du weiß jetzt etwas näher um was es geht
Vielen Vieln dank nochmals für deine Antwort!!
Gruß DonJu


PS.: 25.000 € an Geld- oder Sachwerten haben wir leider nicht
dafür aber 10 motivierte Köpfe die viel mehr wert sind!! :wink: :D
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Beitragvon Frank am 3. Juli 2007, 09:06

Hallo DonJu,


DonJu hat geschrieben:So weit ich weiß ist ein Verein meist gemeinützig.
Wenn wir nun Geld für eine Aufführung bekommen, wäre es schön,dass jeder der Akteuren einen Anteil bekommt.
Ob das nun bei einem Verein geht weiß ich nicht.


Die Vereinsform ist für euch meiner Ansicht nach die beste Rechtsform.

Zunächst einmal sind Vereine nicht gemeinnützig. Vereine können kommerziell arbeiten und unterliegen der Körperschaftssteuer.

Erst auf Antrag und Bestätigung werden sie gemeinnützig. Das wird dann interessant, wenn Fördermittel fließen sollen.


DonJu hat geschrieben:Eine GbR wäre schonmal nicht schlecht, wobei die Risiken fals doch ma was schief gehen sollte, auch net grade ohne sind.

Muss man die GbR beim Finanzamt melden? Und was ist weiterhin erforderlich?


Dem Finanzamt müsst ihr in jedem Fall melden, wenn Einnahmen erzielt werden. Egal, welche Status ihr habt. da müsst ihr euch melden.

Bei einer GbR sehe ich den Nachteil, das diese Rechtsform ein eher straffe Organisation verlangt. Wenn alle zehn Leute diese GbR gründen, dann haftet jeder mit seinem Privatvermögen, im Extremfall einer vielleicht mit geerbten Haus und Firma, der andere mit seiner Zahnbürste. Das geht eigentlich nicht.
Wenn nur zwei oder drei die GbR gründen, dann müssen die zwangsläufig einen auf Chef machen. Denn die haften für alles.
Deshalb ist Verein besser. Die Haftungsgrenze ist Vereinsvermögen.
Der Vereinsvorstand kann auch ausgetauscht werden. Bei einer GbR geht das nicht so leicht.
Das Engagement der Leute ist bei einem Verein auch besser. Das geschaffene gehört dem Verein und nicht nur zwei oder drei Leuten (Denn wenn schon Haftungsrisiko, dann aber auch Gewinnabschöpfung).

DonJu hat geschrieben:PS.: 25.000 € an Geld- oder Sachwerten haben wir leider nicht
dafür aber 10 motivierte Köpfe die viel mehr wert sind!! :wink: :D


Das ist die Hauptsache

:D :D :D

Schöne Grüße
Frank
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Beitragvon DonJu am 3. Juli 2007, 17:38

Hi Frank, und danke für die Infos!

Ich sehe es genauso wie du, das System eines Vereins ist eine recht schöne Sache für dieses vorhaben!
Ich habe mich allerdings bei einigen Notaren erkundigt,welche meinten
das es Vereine, welche wirtschaftliche Zwecke anstreben (Aufführung= Geld verdienen = Anteil für jeden Akteur) nur noch sehr selten gibt.
Diese bräuchten eine staatliche genehmigung und das bedeutet Auffand und kostet Zeit.

GbR:
-Man ist ein Unternehmen welches für das Ensemble sowie für die Akteure Geldverdienen kann!
-Haftungsrisiko zu hoch!

Verein:
-Ein Bund enger Freunde und Kollegen die ihre Zeit dem THeaterspielen wiedmen dennoch ehrenamtlich Arbeiten und keinen Anstpruch auf einen Obulus erheben!
-nur Veriensvermögen haftet.


Hmm,lieber Frank gibt es da keine Alternative??
Trotzdem nochmals vielen Dank für deine Hilfe^^

PS.: Auf Youtube unter den folgenden Links kannst du dir einige Filmprojete die wir im Zeitraum der letzten 2 Jahre gemacht haben anschauen :)

http://www.youtube.com/watch?v=S9camJOfP5w
(Musicclip als Abschiedsgeschenk für ein ehemal. Mitglied)

http://www.youtube.com/watch?v=qQX6I8l4DX4
(Abschiedsfilm eines spanisch Lehrers)
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Beitragvon Frank am 3. Juli 2007, 18:30

Ich lass mich nicht so schnell davon abbringen, dass für kleine Theatergruppen der Verein die beste Rechtsform ist. :D
Muss natürlich ein e.V. sein. Ganz normal nach BGB.

Nennen wir das "Geldverdienen" doch mal "Aufwandentschädigung" :wink:
Dann sieht die Sache schon anders aus.

Ein Beispiel:
200 Zuschauer mal 20 € minus Miete, Energie, Werbung, Urheberabgaben etc.
Was übrig bleibt, geht durch zehn Leute. Das hat mit "Geldverdienen" nicht viel zu tun.

Wichtig ist die Struktur des Vereins:
gewählter Vorstand (egal ob haupt- oder ehrenamtlich)
übliche Entlohnung der Aktiven

Sollte "Gewinn" gemacht werden, ist der Vereinsvermögen und darf natürlich nicht an die Mitglieder ausgeschüttet werden. (Wenn Geld übrig ist, dann waren die Gagen zu niedrig. :wink: )

Ich glaube, dass die Notare da etwas falsch verstanden haben. Nämlich, dass ihr Gewinn machen wollt nach Abzug aller Kosten einschließlich der Personalkosten.

Mit wie viel verkauften Tickets zu welchen Preisen rechnet ihr denn pro Vorstellung?

Schöne Grüße
Frank
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Beitragvon DonJu am 3. Juli 2007, 18:57

Nennen wir das "Geldverdienen" doch mal "Aufwandentschädigung"
Dann sieht die Sache schon anders aus.


Hehehehe :D Das trifts wohl auf den Punkt!!

Was übrig bleibt, geht durch zehn Leute. Das hat mit "Geldverdienen" nicht viel zu tun.


Also kann es theoretisch aufgeteilt werden???

Wichtig ist die Struktur des Vereins:
gewählter Vorstand (egal ob haupt- oder ehrenamtlich)
übliche Entlohnung der Aktiven


Wie sieht diese ntlohnung aus? Müsste sie dann in der Satzung festgelegt sein?

Mit wie viel verkauften Tickets zu welchen Preisen rechnet ihr denn pro Vorstellung?


Nach Erfahrung haben wir meist Auffürungen mit ca 200Leuten/Abend gehabt. Des soll natürlich auch so bleiben.
Die Ticketpreise sollen 5-10Euro nicht überschreiten.

Danke Frank!!!
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Beitragvon Frank am 3. Juli 2007, 19:41

DonJu hat geschrieben:Also kann es theoretisch aufgeteilt werden???


genau

Wie sieht diese ntlohnung aus? Müsste sie dann in der Satzung festgelegt sein?


Die Entlohnung legt ihr für jede Vorstellung neu fest. Solange die "Aufwandentschädigung" im dreistelligen Bereich ist, sehe ich kein Problem. Der Vereinsvorstand macht mit jedem Künstler einen Vertrag und legt das Honorar fest. Da lässt sich ggf. auch festschreiben, dass als Honorar nicht mehr ausgezahlt wird als eingenommen wurde.


Nach Erfahrung haben wir meist Auffürungen mit ca 200Leuten/Abend gehabt. Des soll natürlich auch so bleiben.
Die Ticketpreise sollen 5-10Euro nicht überschreiten.


Dann musst ihr ja nicht in Kürze wegen Reichtum schließen.
:lol: :lol: :lol:
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Beitragvon DonJu am 3. Juli 2007, 19:54

Hehe des hört sich doch richtig gut an!!
Einer Vereinsform und jene Vorteile
sind wohl das Richtige für uns!

Noch eine Frage:
Wie ich es verstanden habe werden alle Einnahmen und Ausgaben am Ende des Jahres dem Finanzamt vorgelegt,...welches dann die restlich noch anfallenden Steuern in Anspruch nimmt und uns in kosten stellt.
D.h eine Auszahlung eines Honoras an einen Akteur (welches per Quittung o.ä festgehalten wurde) kommt in diese Jahresabrechnung hinzu.
Gibt es hierbei noch was zu beachten??

Danke nochmal für deine Hilfe, ich hoffe des Rechtiliche sowie Formelle ist nun geklärt und wir können bald mit dem Theaterspielen beginnen.

Dann musst ihr ja nicht in Kürze wegen Reichtum schließen.


hehehe wir wolln's hoffen! :D
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Beitragvon Frank am 3. Juli 2007, 20:13

DonJu hat geschrieben:Noch eine Frage:
Wie ich es verstanden habe werden alle Einnahmen und Ausgaben am Ende des Jahres dem Finanzamt vorgelegt,...welches dann die restlich noch anfallenden Steuern in Anspruch nimmt und uns in kosten stellt.
D.h eine Auszahlung eines Honoras an einen Akteur (welches per Quittung o.ä festgehalten wurde) kommt in diese Jahresabrechnung hinzu.
Gibt es hierbei noch was zu beachten??


Für das FA macht ihr eine Einnahmen-Ausgaben-Überschussrechnung. Liegt der Jahresüberschuss über 3.835 €, zahlt ihr für den Betrag darüber Körperschaftssteuer.

Dann muss jeder Empfänger von "Aufwandsentschädigungen" den Betrag in seiner Einkommensteuer vermerken. Dort unterliegen die Einnahmen dem persönlichen Steuersatz.

Wichtig sind noch Dinge wie GEMA, Verlagsrecht. Damit sollte sich einer im Verein sehr gut auskennen und die Verträge und Meldungen auch bearbeiten.

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Beitragvon DonJu am 3. Juli 2007, 20:27

Ok Frank, wir werden uns nochmals in die ganze Sache reinfreaken!

Vielen vielen Dank für deine Hilfe.
Ich werde dein Forum auf jedenfall weiterempfehlen und mich nun in nächster Zeit bestimmt öfter mal melden! :)

Schöne Grüße
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Beitragvon Frank am 3. Juli 2007, 20:49

Frohes Schaffen & alles Gute :D :D :D
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